Donnerstag, 2. Oktober 2008Sichere Verpackung - das A und O beim Pflanzenversand
Pflanzenversand ist ein heikles Geschäft - die lebende Ware ist nicht immer in unbegrenzter Menge verfügbar, das Geschäft ist auf eine enge Saison beschränkt, und nicht zuletzt ist es der aufwändige Verpackungsprozess, der viel Zeit und Mühe in Anspruch nimmt. Immer wieder fragen uns Neukunden, die noch nie Pflanzen per Paket bekommen haben, wie wir das denn machen, dass die Pflanzen auch heil bei Ihnen ankommen. In dieser Frage schwingt dann auch oft ein wenig Mißtrauen mit. Wie das konkret vonstatten geht, können sich viele Kunden nicht vorstellen, denn es ist ja auch nicht gerade ein alltäglicher Prozess. Schon länger hatten wir es vor, und jetzt endlich haben wir uns Zeit genommen, Ihnen den ganzen Vorbereitungs- und Verpackungsprozess vorzustellen:
Zunächst müssen wir die Sendungen zusammenstellen. Besonders viel Zeit nehmen größere Aufträge mit lauter einzelnen Pflanzen in Anspruch, da legt man für einen Auftrag schnell mal ein paar Hundert Meter zurück. Nach dem Komissionieren geht es ans Vorbereiten der Topfpflanzen, und da gibt es einiges zu tun. Unkraut, Moos, und abgestorbene Blätter müssen entfernt werden ![]() ![]() ...und oft wachsen Wurzeln aus den Löchern am Topfboden, und die müssen natürlich weg (ansonsten bekommt man die Pflanzen kaum aus dem Topf, und schön sieht es ja auch nicht aus). ![]() ![]() Und dann erst geht es ans Verpacken. ![]() Die Pflanzen werden liegend in Stroh eingebettet - bis zu maximal vier Schichten übereinander, dazwischen immer eine Schicht Stroh. Wenn möglich verwenden wir Haferstroh, das staubt wenig, und ist schön weich. Die letzte, oberste Strohschicht muss so üppig bemessen sein, dass sich im geschlossenen Paket möglichst nichts bewegen kann. Zum Schluß kommt eine Versandtasche aufs Paket, in der sich die Rechnung befindet, dazu noch ein Aufkleber mit der Aufschrift: Lebende Pflanzen - bitte rasch zustellen - bei Abwesenheit Nachbarn geben. Auf diese Weise kommen 98-99 % unserer Sendungen sicher und schnell bei den Kunden an. Zum Abschluss eine Bildersequenz, die mehr sagt als viele Worte... BITTE AUF WEITERE NACHRICHTEN KLICKEN, UM DIE FOTOS ZU SEHEN ! ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Freitag, 29. August 2008Wir sind zurück aus dem Urlaub - der Herbstversand kann starten !
Endlich ist es so weit: die meisten der im Frühsommer getopften Stauden sind nun groß genug, haben die Töpfe gut durchwurzelt, und sind bereit für den Versand.
Nach 17 Tagen Urlaub konnten wir viele Pflanzen kaum mehr wiedererkennen, so üppig haben sie sich entwickelt. In den letzten 2 Wochen herrschte ideales Wachswetter: wechselhaft - nicht zu heiss, hohe Luftfeuchtigkeit, immer wieder mal ein Regen. Unser Herbstversand startet am zweiten September, und wird sich kontinuierlich bis Ende Oktober fortsetzen, bei günstiger Witterung auch bis Anfang November. In der zweiten Augusthälfte konnten wir uns über zahlreiche Vorbestellungen freuen. Die Aufträge werden so rasch wie möglich abgearbeitet - im Regelfall innerhalb von 3-10 Tagen, je nach Verfügbarkeit und Bestelldatum. Mittwoch, 25. Juni 2008Eingeschränkter Versand - ab September neue Pflanzen !
Wir versuchen ständig das Shopangebot auf dem Laufenden zu halten. Nicht mehr lieferbare Sorten werden aus dem Angebot genommen (können aber weiterhin eingesehen werden). Dennoch passiert es gerade jetzt immer wieder, dass einzelne oder mehrere Sorten aus einer Bestellung nicht mehr lieferbar sind. Aktuell werden nur noch Restbestände abverkauft, darunter auch zahlreiche Sonderangebote, die wir in Kürze einstellen. Wir brauchen jeden verfügbaren Platz für die neuen Pflanzen. Die Jungpflanzen wachsen schnell. Diese Woche haben wir bereits mit dem Topfen begonnen, und bis Mitte Juli sollten wieder viele viele Topfpflanzen bereit stehen, die dann ab Anfang September zum Versand fertig sind. Freuen Sie sich auf unser Herbstangebot, das wir Anfang August einstellen werden !
Zur Übersicht ein kurzer Fahrplan für die nächsten Monate: 27.6.-25.7.: Abverkauf der Restbestände, Sonderangebote 25.7.-08.8.: Shop wird geschlossen, kein Verkauf, kein Versand, Herbstangebot wird eingearbeitet 12.8.-31.8.: Herbstabgebot liegt vor, Shop ist wieder geöffnet, Vorbestellungen werden entgegengenommen 1.9.-31.10.: Herbstversand 1.11.-: Winterpause Donnerstag, 8. Mai 2008Schönes Wetter - Versand und Vermehrung laufen parallel
Endlich über längere Zeit mal schönes Wetter ! Wir haben aufgeholt. Diese Woche konnten wir mehr als 150 Pakete auf den Weg bringen, sodass sich die Lieferfristen wieder auf 2 Wochen verringern. Gleichzeitig startet jetzt die Vermehrung. Wir teilen, schneiden die ersten Stecklinge, und ab Mitte Mai wird pikiert. Parallel zum Versand ist das immer wieder eine organisatorische Herausforderung. Wir versenden noch bis in den Juni hinein, wobei sich die Verfügbarkeit der Sorten naturgemäß weiter verringern wird. Das Vollsortiment steht wieder ab September zur Verfügung.
Mittwoch, 30. April 2008Versand auf Hochtouren - Sortiment wird überarbeitet
Zur Zeit verlassen rund 150 Pakete wöchentlich unser Haus. Gleichzeitig müssen wir mit der Vermehrung beginnen. Die Aussaat keimt auch schon. Die Pflanzen bekommen in den Töpfen zur Zeit einen kräftigen Wachstumsschub, sodass manche Sorten (wie z.B. Eisenhut, Verbene, Stockrose oder Nachtviole) nicht mehr, oder bald nicht mehr verkauft und versendet werden können. Manches ist ausverkauft, nicht alles davon kann bei Kollegen beschafft werden. Daher bitten wir alle Kunden um Verständnis dafür, dass wir aktuell die gewohnt schnellen Lieferzeiten nicht durchhalten können! Momentan dauert es ca. drei bis vier Wochen vom Bestell-Eingang bis zur Lieferung.
Montag, 7. April 2008Wetterkapriolen führen zu längeren Wartezeiten !
Wer aktuell bestellt, muss leider mit mindestens 3 Wochen Wartezeit rechnen. Zwar sind fast alle Sorten verfügbar, und wir sind gut gerüstet für den Versand. Aber was nützt das, wenn das Wetter nicht mitspielt. Schon die dritte Woche in Folge können wir nur eingeschränkt versenden. Statt 150 Paketen verlassen derzeit nur 80 je Woche unseren Betrieb. Heute früh -2° und Schneegestöber, ausgerechnet an einem der Hauptversandtage. Der Schnee ist zwar wieder weg, aber viele Pflanzenpakete konnten wir nicht versenden. Wir bitten alle Kunden um Verständnis für die Verzögerungen bei der Auslieferung.
Donnerstag, 3. April 2008Der Stauden-Versand hat begonnen !
Trotz schwieriger Bedingungen am Wochenanfang haben wir immerhin die ersten 80 Pakete auf den Weg gebracht... nächste Woche sollten es deutlich mehr als 100 werden. Es geht also voran. Wer jetzt bestellt, muss aber dennoch mit Wartezeiten von 2-3 Wochen rechnen. Zu viele Aufträge sind wetterbedingt liegen geblieben. Pflanzenversand ist leider ein Saisongeschäft, mit extremen Arbeitsspitzen im April und Mai...
Montag, 24. März 2008
Immer noch 20 cm Schnee - der ... Geschrieben von Walter Wolf
in Jahreszeiten
um
13:51
Kommentare (0) Immer noch 20 cm Schnee - der Versand wird sich verzögern !![]() Ziemlich unerwartet hat uns der Winter wieder voll im Griff. Der Osterhase hat sich in seinen Bau zurückgezogen. Vielleicht ist er aber auch als Schneehase unterwegs. Über unseren Stauden liegt eine geschlossene Schneedecke. Nicht einen Topf kann man sehen. Nur einzelne Schilder ragen aus dem Schnee heraus. Das hatten wir uns auch anders vorgestellt. Vergangenes Jahr konnten wir schon Ende März mit dem Versand beginnen. Bis Ende dieser Woche sollte der ganze Spuk hoffentlich wieder vorbei sein. Wir fangen aber auf jeden Fall am 1. April mit dem Versand an (kein Scherz !). Je nach Auftrag kann es aber zu Verzögerungen kommen, da manche Sorten in der Entwicklung noch arg zurück sind. Spät austreibende Sorten, von denen aktuell noch fast nichts zu sehen ist, möchten wir nur ungern so früh versenden (z.B. Ballonblume, Pennisetum, Astilbe, Sterndolde, Seidenpflanze, Hostas, und einige andere). auch kann es aufgrund der seit Wochen herrschenden extremen Nässe zu Ausfällen kommen. Wir können diese Sorten nicht so schnell nachproduzieren, und müssen sie dann für unsere Kunden von befreundeten Gärtnereien besorgen. Das geht in der Regel sehr schnell, meist innerhalb von 5-10 Tagen. Aber eines können wir Ihnen garantieren: Alle bis Ende März eingegangenen Bestellungen werden bis spätestens 17.4. ausgeliefert. Wir werden uns maximal anstrengen... Samstag, 8. März 2008
Versand-Start für Stauden Anfang April Geschrieben von Walter Wolf
in Jahreszeiten
um
23:06
Kommentare (0) Versand-Start für Stauden Anfang April
Nicht sehr oft, aber doch immer wieder mal, erreichen uns Anfragen wie: "Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass die Pflanzen diese Tage kommen."
Wir bitten alle Kunden, sich noch ein wenig in Geduld zu üben. Die letzte Woche hatten wir regelmäßig Nachtfröste, und auch tagsüber ging es nur zögerlich über die 5°C hinaus. Wie in jeder Staudengärtnerei steht auch bei uns die Mehrheit der Topfpflanzen im Freiland, wollen wir unseren Kunden doch gut angepasste, abgehärtete Ware anbieten. Die Stauden treiben aktuell gerade erst aus, viele sind noch nicht sehr weit. Von manchen spät treibenden Arten (z.B. Astilben, Ballonblume) sieht man noch gar nichts. Um unnötige Reklamationen zu vermeiden, möchten wir erst dann versenden, wenn die Pflanzen im Topf optisch schon ein wenig hergeben (für alle Sorten können wir das im zeitigen Frühjahr nicht garantieren, für die Mehrheit sollte es aber schon gelten). Wenn die nächsten zwei Wochen deutlich wärmer werden, dann fangen wir in der letzten Märzwoche an, Pflanzen zu versenden. Wenn es überwiegend kalt bleibt, dann beginnen wir erst Anfang April. Wir liefern in der Regel in der Reihenfolge des Bestelleingangs aus. Manchmal geht uns die eine oder andere Sorte aus, so dass wir dann nach Möglichkeit versuchen, sie bei befreundeten Gärtnereien zu besorgen. In solchen Fällen kann sich der Versand um 1-2 Wochen verzögern. Bestellungen, die bis Ende März bei uns eintreffen, werden auf jeden Fall bis zum 18.4. ausgeliefert. Anbei noch ein paar Fotos, die das eben Beschriebene illustrieren sollen... ![]() Eines unserer Staudenquartiere: hier sieht es zeitenweise noch winterlich aus - Aufnahme vom 6.3.2008 ![]() Gilbweiderich, Felberich (Lysimachia punctata 'Alexander) ![]() Tränendes Herz (Dicentra spectabilis) ![]() Rote Engelwurz (Angelica gigas) Mittwoch, 5. März 2008
Urlaub auf Gomera und Teneriffa ... Geschrieben von Walter Wolf
in Botanische Exkursionen
um
17:48
Kommentare (0) Urlaub auf Gomera und Teneriffa (4.-22.2.2008)
05.03.2008
Die Gärtnerei wacht aus dem Winterschlaf auf, die Pflanzen beginnen auszutreiben, Schneeglöckchen und erste Krokusse blühen, aber viel mehr gibt es nicht zu berichten. Bis wir mit dem Versand starten können, gehen sicher noch 3 Wochen ins Land. Vor ein paar Tagen haben wir mit der Aussaat der Kühlkeimer begonnen und wir schneiden vertrocknete letztjährige Blütenstände ab. Aber so richtig viel kann man draussen noch nicht tun (das kommt noch früh genug). Unsere wichtigste Tätigkeit ist zur Zeit der Saatgutversand, und die Überarbeitung des Pflanzenshops... im Laufe der kommenden 2 Wochen werden mindestens neue 50 Sorten eingearbeitet. Das kostet viel Zeit. Aber es macht auch viel Freude, und unsere Kunden werden davon profitieren. In unserem Blog werden wir in loser Folge zahlreiche Anregungen zum Thema Stauden liefern, zum Beispiel praxisgerechte Vorschläge für eine gelungene Bepflanzung, damit Sie für jede Gartensituation auch das Richtige finden. Aussaat- und Kulturtechniken werden wir Ihnen nahebringen, und wir stellen Ihnen wichtige Highlights aus dem großen Reich der Stauden vor, darunter z.B. die Staude des Jahres: Helenium - die Sonnenbraut ! Und nicht zuletzt möchten wir mit diesem Blog eine persönliche Brücke zu unseren Kunden und Freunden schlagen, damit alle sehen können, wer wir sind, und was wir so machen. Bevor wir mit den ernsteren Themen anfangen, sollen hier erst einmal ein paar Bilder und ein paar Sätze zu unserem Kanarenurlaub folgen. Wir waren bis Ende Februar 9 Tage auf Gomera und 9 Tage in NW-Teneriffa. Als Gärtner bleibt uns ja nicht viel anders übrig, als im Winter Urlaub zu machen, weil von März bis November extrem viel zu tun ist ! Fernab der Sandstrände und des Massentourismus bieten diese Inseln ein grandioses Naturerlebnis, und das gerade im Winter und im zeitigen Frühjahr. Wer die exotische Pflanzenwelt mit den vielen endemischen Arten erleben will, der muss die Kanaren zwischen Februar und Mai besuchen. Dann sieht es dort nämlich so aus... ![]() ... oder so ![]() Überall blühen an den Häusern die subtropischen Gewächse, darunter auch viele rankende und kletternde. Die rotblühende ist eine Bougainvillea, ausserdem sieht man zahlreiche Dattelpalmen. Nicht irgendwelche, sondern die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis). Sie kommt ursprünglich nur auf den kanarischen Inseln vor, wird aber inzwischen im gesamten Mediterranraum als beliebter Park- und Allebaum angebaut. Ein charakteristisches Merkmal ist ihr generell einstämmiger Wuchs. Die Datteln kann man nicht essen, aber neben der Zierde hat sie auch noch einen Nutzen: besonders auf Gomera klettert man in die Wipfel und ritzt den Vegetationspunkt an, daraus tropft ein zuckersüßer Saft, den man analog zum kanadischen Ahornsirup, als sogenannten Palmenhonig eindickt, und überall auf den kanarischen Inseln, besonder in Souvenirshops, kaufen kann. Die Palmen wachsen auf Gomera fast überall, auch in der Natur. Auf Teneriffa sind sie mehr an die Siedlungen gebunden, und nicht ganz so häufig. Nirgendwo findet man auf den Kanaren so viele große alte Palmen, wie auf Gomera. Hier mal ein kleiner Eindruck davon... ![]() Auf dem letzten Foto kann man im Zentrum einen Drachenbaum sehen. Es ist das einzige große Exemplar auf Gomera. Der Kanarische Drago oder Drachenbaum (Dracaena draco) ist einer der bemerkenswertesten Endemiten auf den Kanarischen Inseln. Drachenbäume sind urtümliche Gestalten, die vor Jahrmillionen im Tertiär weit verbreitet waren, und auch bei uns in Mitteleuropa wuchsen, heute aber nur noch an wenigen Plätzen der Erde vorkommen. Berühmt ist der sogenannte 1000-jährige Drachenbaum von Icod, der zum Nationalmonument erklärt wurde, und als der meistfotografierte Baum der Welt gilt. Drachenbäume sind mit den Agaven verwandt, und bilden keine Jahresringe aus, daher ist eine Schätzung ihres Alters schwierig. Biologen haben aber anhand der Verzweigungsmuster, und aus frühen Literaturangaben herausgefunden, dass der Drago von Icod kaum mehr als 400 Jahre alt sein kann. Einen besonders gesunden Eindruck hat er auf uns nicht gemacht, diverse Triebe waren abgestorben - ein müder alter Riese. ![]() Die Kanarischen Inseln sind ein Wanderparadies. Aber es ist anstrengend und schweisstreibend. Fast überall tiefe, steile Schluchten, schroffer Vulkanfels, der auch dem Schuhwerk einiges abfordert. Die Höhenunterschiede sind enorm, für eine Tagestour muss man in der Regel 600-800 Höhenmeter mit einplanen. Aber man wird vielfach belohnt: grandiose Ausblicke, eine faszinierende Flora und Geologie machen jede Wanderung zu einem Erlebnis. Aber aufgepasst: Das Wetter hat im Februar seine Tücken, zwar regent es nur selten, aber man ist schnell mal mitten in den Wolken, und braucht dann den Anorak. Sobald die Sonne wieder herauskommt, hält man es nur mehr im T-Shirt aus. Gomera: Anstieg vom Valle Gran Rey nach Arure ![]() Gomera: Wanderliteratur mit detaillierten Wegbeschreibungen ist leicht zu beschaffen. Die Wanderwege sind meist gut markiert und oft auch gut ausgebaut, wenn es viel begagene Routen sind. Aber es gibt immer mal wieder Kletterpartien oder ausgesetzte Stellen, gerade dann wenn man es nicht erwartet. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind da gefordert. ![]() ![]() Nicht überall, aber doch recht häufig, findet man große Bestände der mannshohen Kanaren-Wolfsmilch (Euphorbia canariensis). Wenn man die von Grund auf reich verzweigten, hochsukkulenten Pflanzen sieht, denkt sofort an einen Kaktus. Am Milchsaft, der bei Verletzungen austritt, und an den zwar unauffälligen, aber sehr charakteristischen Blüten kann man erkennen, dass es eine Wolfsmilch sein muss. Ausserdem ist ja bekannt: Kakteen gibt es nur in Amerika. Aber nicht ganz... wie in vielen Teilen des Mittelmeergebiets sind auch auf den kanarischen Inseln sehr zahlreich die Feigenkakteen verwildert (hier die sehr stachlige Opuntia dillenii). ![]() ![]() ![]() Weshalb gibt es auf den Kanarischen Inseln so eine aussergewöhnliche Flora mit einem extrem hohen Anteil von Endemiten (Pflanzen die nur hier, und sonst nirgends auf der Welt existieren) ? Dafür gibt es zwei Erklärungen: 1. Über Jahrhunderttausende, wenn nicht über Jahrmillionen, hat sich das Klima auf den Kanaren als überaus stabil erwiesen Man kann es in den unteren Höhenstufen als gemäßigt-subtropisch bezeichnen. Frostereignisse sind selten, und wenn sie denn eintreten, dann gibt es allenfalls Werte knapp unter dem Gefrierpunkt. Dadurch haben sich Florenelemente erhalten, wie sie in Festlandseuropa im Tertiär vorkamen, die aber inzwischen durch Eiszeiten und andere klimatische Ereignisse bei uns seit langem ausgestorben sind. 2. Die kanarischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs, und waren nie mit dem afrikanischen Festland verbunden. Pflanzen mussten, von weit her kommend, die Inseln erst erobern... und konnten dann die zahlreichen freien ökologischen Nischen mit neuen Arten füllen. Zumindest vom botanischen Standpunkt aus betrachtet, sind die kanarischen Inseln wie ein zweites Galapagos. Die Tierwelt ist dagegen eher arm entwickelt. Besonders fallen die zahlreichen Gattungen auf, die bei uns staudig wachsen, die uns auf den Kanaren aber plötzlich als langlebige Sträucher begegnen. Hier ein paar beeindruckende Beispiele: Echium acuelatum, ein strauchförmiger Natternkopf ![]() Rumex lunaria, der Strauch-Ampfer (wird bis 3 m hoch) ![]() Euphorbia atropurpurea, die rote Wolfsmilch. ![]() |
KategorienSuche |